Fauteuil Rokoko *

Würzburg um 1730

CHF 3’200.00

Fein geschnitzt mit Kartuschen, Blättern und Voluten. Geschweifter, trapezförmiger Sitz auf wellig ausgeschnittener Zarge mit geschweiften Beinen sowie grau gefasst. Flache, hochförmig abschliessende Rückenlehne mit gepolsterten Armlehnen auf geschweiften Stützen. Lit.: H. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels - Spätbarock und Rokoko, München 1970

Gewicht 8 kg
Artikel-Nr. SM249
Provenienz Christophe Decarpentrie, Innenausstatter des belgischen Königshauses, Ixelles, Belgien
Bemerkungen S. 49-52. ||«Der Stil und die Entwicklung der Rokoko-Möbel in Franken wurden durch die Grossaufträge für die Innenausstattung der Würzburger Residenz bestimmt, die in mehreren Etappen zusammengetragen und ergänzt wurde. Eine der bedeutendsten Werkstätte um 1730/40 war jene von G.A. Guthmann, urkundlich belegt ab 1735. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei G.A. Guthmann um einen ursprünglich aus München angeworbenen Kunstschreiner, der mit drei seiner Familienangehörigen in Würzburg tätig war. Seine Werke zeigen den Einfluss der bayrischen Metropole und von F. Cuvilliés (1695-1768). Sie gelten als Prachtvolle und lokal angepasste Weiterentwicklung der französischen Hofmöbel, die in den 1730er und 40er Jahren in die Residenz geliefert wurden und auf die lokalen Handwerker einen grossen Einfluss ausübten. Die an sich bereits neuen Münchner Formen und Schnitzereien entwickelten sich im Würzburger Raum weiter. Der sehr eigenwillige Stil, geprägt von der Opulenz der französischen Régence und der Verspieltheit der Münchner Werke, wurde auf qualitativ hohem Niveau angewandt.»