Kaminhunde, Cavalier King Charles
England, 19. Jahrhundert
 
Ein Relikt der alten Seefahrer aus der Grafschaft Staffordshire
 
Grösse: 
h: 24
b: 18
t: 12
 
Bemerkung:
Nun gibt es zur Geschichte der Kaminhunde natürlich auch Darstellungen, die ein weniger schmeichelhaftes Licht auf die Käufer werfen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, so erzählt man, stand im puritanischen England unter Queen Victoria (Regierungszeit 1837-1901) die Prostitution unter sehr strenger Beobachtung und war zeitweise sogar offiziell verboten. Deshalb sollen die „Damen“ den Seeleuten bei ihrem Besuch im Etablissement diese Hunde verkauft haben, denn im Gegensatz zu ihrem „horizontalen Gewerbe“ war ihnen der Handel nicht verboten. Ob das historisch wirklich so gewesen ist und Beweis für das erhebliche Vorhandensein der Kaminhunde in norddeutschen Wohnzimmern in dieser Zeit war, ist fraglich. Allerdings passt es gut in das übliche Klischee für die Seeleute, dass sie einen Teil der hart erarbeitete Heuer einer Schiffsreise bei den sogenannten „leichten Mädchen“ ließen und denen ja ohnehin in jedem Hafen ein Mädchen nachgesagt wurde.
 
Aus anderen Berichten war zu erfahren, dass die Hunde zu dieser Zeit in  England diskrete Zeichen an die Freier waren: Im Fenster aufgestellt signalisierten sie mit dem Blick nach draußen, dass die Dame „frei“ war. Sahen die Hunde nach innen und zeigten zur Straße ihre Rückseiten, dann war sie „belegt“.
Wie langlebig Geschichten mit den etwas anrüchigen Vorstellungen solcher „Vergnügungen“ sind, zeigt der Umstand, dass man auch in Norddeutschland und in Dänemark den Frauen der Seeleute hinter vorgehaltener Hand oft ein lasterhaftes Leben nachgesagt hat, die solche Kaminhunde im Fenster zu stehen hatten – natürlich mit dem Blick nach draußen. Aber das passt so einfach nicht, denn die Frauen gaben keine Signale an etwaige heimliche Liebhaber, um die Abwesenheit des Gatten zu nutzten. Auch in vergangenen Zeiten waren sie nicht dumm, denn jeder in der Umgebung wusste ja, ob der Mann zu Hause war oder nicht. So schauten die Hunde sehnsuchtsvoll nach draußen, so lange der Ehemann auf den Meeren unterwegs war  und blickten voller Freude in die Wohnung, wenn er nach einer langen Reise endlich wieder zu Hause war.
So oder so, in jeder Geschichte steckt immer ein Körnchen Wahrheit, und ob nun als Kaminhunde, als Nuttenhunde oder als Puffhunde – sie sind heute beliebte Sammlerstücke, ob mit oder ohne das Wissen um ihre wirkliche Herkunft. In Antikläden oder auf Auktionsplattformen werden gut erhaltene Exemplare für atemberaubende Summen gehandelt. Ich bin leider nicht mehr dabei, Omas „Nuttenhunde“ kamen bei einem Umzug auf geheimnisvolle Weise einfach weg.

Kaminfiguren "Staffordshire"

Artikelnummer: R1
CHF420.00Preis

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